Mandalay

28 08 2013

Mandalay – schön dort gewesen zu sein, aber irgendwie noch etwas schöner diese Stadt wieder verlassen zu haben. Was auf den ersten Blick ziemlich negativ klingt soll nicht so sein, nur war es so das diese Stadt mich doch sehr viel Energie gekostet hat.

Angefangen hat alles damit das wir um 19:00 den Bus von Inle-See nach Mandalay genommen haben der um ca 5:00 dort ankommen sollte. Nahezu die komplette Fahrt über hat mein Vordermann bzw meine Vorderfrau sich ihr Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen und als ich dann irgendwann mal endlich einschlafen konnte hieß es auch schon „Mandalay“ – um kurz nach 2:00. Na toll – kaum gepennt, mussten wir noch irgendwie ein Taxi überzeugen uns für nen fairen Preis ins Hotel zu fahren….hat irgendwie geklappt und zumindest war das Hotel so lieb und fair uns die Nacht die wir dann schon im Zimmer waren nicht extra zu berechnen. Also gings erst einmal schlafen bis um 10:00. Danach wollten bzw mussten wir abklären wie wir per Zug weiter- bzw zurückreisen können. Da ich zu dem Zeitpunkt noch weiter in Norden wollte, 2 der Mädels weiter in den Süden und Linda zurück nach Yangon musste, mussten also verschieden Dinge am Bahnhof geklärt werden. Da die liebe Bahngesellschaft aber nur US$ annimmt und keine Kyat konnten wir unsere Tickets vorerst nicht besorgen – aber zumindest wussten wir dann Züge wohin zu welchem Preis fahren. Danach haben wir kurz was gefrühstückt bevor es dann weiter zum Busbahnhof gehen sollte um dort einige Dinge abzuklären. Auf dem Weg dorthin ging es mir aber plötzlich hundeelend: Magenkrämpfe des Todes, Übelkeit, ich hab gedacht ich müsste sterben…..okay – fairerweise habe ich das nicht gedacht aber es beschreibt doch ziemlich gut wie es ich mich gefühlt habe! Linda hat mir dann ne Tablette gegeben und gemeint die würde direkt wirken…..und das hat sie auch nach einigen Sekunden also haben wir uns weiter auf den Weg zum Busbahnhof gemacht. Nach ein paar Minuten wusste ich aber das es ne doofe Idee war und bin mit dem ersten Taxi zurück ins Hotel gefahren. Dort habe ich dann in etwa 2 Stunden geschlafen und danach ging es mir auch schon besser. Die Mädels, die bis dahin auch Null von der doch hektischen, staubigen und nicht gerade ansehnlichen Stadt, angetan waren, kamen dann irgendwann zurück – und zwar mit guten Meldungen. Auf dem Weg zum Busbhanhof wurden sie von einem Burmesen angesprochen der Englischlehrer ist und der uns gebeten hat abends doch mal in seiner Schule vorbeizukommen. Des weiteren hat eruns noch Tips für Tagesausflüge in der Nähe gegeben…..mit diesen guten Neuigkeiten kamen die Mädels also zurück und wir haben uns danach direkt auf den Weg zur Mahamuni Pagode gemacht. Den doch recht weiten Weg dorthin wollten wir eigentlich laufen aber als das erste Pick-Up angehalten hat und meinte es würde pro Person 300 Kyat kosten dorthinzufahren habe ich gemeint ich würde für alle zahlen – einfach nur weil ich voll Bock drauf hatte damitzufahren 🙂 Und es hat sich dann auch gelohnt: Voll bepackt mit Locals haben die Mädels drinnen im Van gesessen und ich habe hinten auf der Einstiegstreppe gestanden und hab mir den Wind durchs Gesicht wehen lassen 😀 Die Pagode war dann am Ende auch sehr schön und pünktlich um 17:30 waren wir dann auch zurück an unserem Hotel, haben noch kurz Chapati gegessen bevor wir vom Englischlehrer abgeholt wurden. Auf 2 Rollern mit jeweils insgesamt 3 Leuten drauf sind wir dann in die Abendschule gefahren wo wir ungefähr 1 ½ Stunden den Schülern ein bisschen Englisch und jeweils Französisch bzw Deutsch beigebracht haben. Abends waren wir dann auf dem Dach unseres Hotels und haben den doch schlecht-anfangenden und dafür umso besser-endenden Tag mit einem Bier begossen. Irgendwann kam dann ein Mädel um die Ecke, sagt „Hallo“, stellt sich vor und irgendwann machts bei mir Klack: Ashley hatte ich nämlich bereits in Kuala Lumpur getroffen und mich gut mit ihr unterhalten aber auf Grund meiner doch sehr, sehr, sehr, sehr kurzen Haaren hat sie mich nicht wiedererkannt 😉 Ich mich also den Abend mit ihr unterhalten und ihr Tips für Myanmar gegeben das sie so in etwa alle Dinge noch machen wird die ich bereits gesehen habe.

Am nächsten Morgen ging es dann um 8:30 in Richtung Fluss um dort um 9:00 das Boot in Richtung Mingun zu nehmen. Dort gibt es neben der größten Glocke der Welt auch noch eine recht große, komplett in weiß gehaltene Pagode. Wir also mit doch einigen Erwartungen dorthin und ich muss sagen ich war doch recht enttäuscht. Zunächst die Glocke……ja – klingt doof aber es halt immer noch ne Glocke auch wenns die größte der Welt ist. Ich also noch nicht einmal ein Foto davon gemacht und weiter in Richtung weiße Pagode (Hsinbyume Paya) die doch dann schon mehr zu bieten hatte. Danach haben wir einen Guide gefragt was es denn in Mingun noch zu sehen gäbe ohne das letzte Schiff um 13:00 zu verpassen – er meinte darauf eigentlich nichts mehr ausser das wir noch bisschen durchs Dorf laufen könnten. Ja – das dann halt gemacht und als wir dann durch einen Bogen fast wieder an der Pagode angekommen waren haben meine Augen etwas erblickt: Children Centre – Förderverein Myanmar e.V.!!! Na geht doch hab ich mir gedacht – und da dann noch ein Schild auf Englisch und Deutsch alle eingeladen hat sich doch den Kindergarten mal näher anzuschauen sind wir reingegangen. Ich hätte natürlich mal wieder alle Kinder am liebsten eingepackt und hatte trotz Sprachbarriere großen Spaß mit den Kids. Turbulent wurde es dann jedoch als ich die Idee hatte ein Kind, das auf einem kleinen Sitzteppich gesessen hat, durch den superglatten Raum zu ziehen….rennend versteht sich 😉 Naja – das das Kind das genial finden würde war mir klar…..das aber 2 Sekunden danach natürlich 4-5 Kinder auf dem Teppich saßen hatte ich nicht bedacht 😉 Ich also paar Minuten Gas gegeben um mir danach ne verdiente Pause zu gönnen. Da Kinder natürlich mehr Energie haben sind die noch weiter durchgedreht, haben ein Kopfkissen auf den Teppich gelegt und jeweils zu zweit ein Kind gezogen…..ein Spaß war das kann ich euch sagen 😉 Naja – irgendwann mussten wir dann weiterziehen um das Boot noch zu erreichen. Wer sich ein wenig für den Kindergarten oder das Projekt interessiert einfach mal im Web suchen: Förderverein Myanmar e.V. Saarbrücken!!!!

Nach unserer Rückkehr im Mandalay sind wir dann wieder zum Bahnhof zurück um unsere Tickets zu besorgen. Ich hatte mich mittlerweile dazu entschlossen mit Linda zurück nach Yangon zu fahren – entweder um von dort aus so weit wie möglich in den Westen vorzudringen (was auf Grund von Unruhen und Reiseverboten dich schwer zu sein schien) oder um meine restliche Zeit in Yangon damit zu verbringen entweder Kinder Englisch/Deutsch beizubringen oder in einem Kindegarten zu helfen. Ja – mit Tickets kaufen war aber nichts denn ohne Reisepass kann man dort keine Zugticktes erwerben 🙁 Da das keiner von uns wusste standen wir erst einmal blöd da – konnten am Ende aber zumindest für den darauffolgenden Tag Sitzplätze reservieren. Ein einer Brütenhitze sind wir dann zurück ins Hotel gelaufen und haben dann dezente 2 Stunden Siesta gemacht 🙂 Abends haben wir uns dann mit Claudio getroffen der wieder in Mandalay angekommen war um uns voneinander zu verabschieden. Darauf wurde aber nichts denn ich hatte mich am nächsten Tag spontan dazu entschlossen ihn für den Vormittag lieber auf das alljährliche Taungbyone Nat Pwe – Festival zu begleiten als mit Laure und Benedicte zu der berühmten Teakholzbrücke zu fahren…..und das hat sich, auch wenn es im Nachhinein doch heftig war, als richtige Entscheidung herausgestellt. Hin zum Festival ging es mit einem Van – Claudio und ich selbstverständlich auf dem Dach sitzend. Je näher wir dem Festival kamen desto mehr Musik wurde am Strassenrand gespielt und desto mehr bettelnde Kinder, Familien und Behinderte standen am Strassenrand. Dies gehört aber anscheinend zu Festival dazu und die ganzen Locals (im Endeffekt waren Claudio und ich die einzigen Touris die wir auf dem ganzen Festival gesehen haben) fingen an Kyat-Scheine vom Van zu schmeissen. Gut – Claudio und ich dann erst mal unsere großen Scheine wechseln lassen und dann mitgemacht 😉 Am Festival angekommen bestand das ganze Fest dann eigentlich aus etlischen kleinen Festen in Zelten in denen unter Alkohol- und ich bin mir auch nahezu sicher Drogeneinfluss wie in Transe schrille Musik gespielt und getanzt wurde. Claudio und ich wurden dann auch direkt in ein solches Zelt gezogen und wir wussten nicht mehr wie es uns geschieht: Ruckzuck hatten wir mehrere Tücher um Kopf, Hals und Hüfte gewickelt bekommen, es gab irgendeinen abscheulichen Schnaps usw……nach einer Weile haben wir uns nicht mehr so richtig wohlgefühlt, vorallem weil mehr und mehr leute uns einfach nur angegafft haben, wir singen sollten und auch noch Trommel spielen sollten. Das war alles irgendwie zu viel für mich. Nach dem ersten Zelt dann in einer Seitengasse zu einem Tee eingeladen worden aber ich habe nichts mehr genießen können…..

Ich war einfach von allem was ich den Morgen über gesehen hatte viel zu sehr geplättet. Wir sind dann noch einmal weiter aber mir war alles zu viel: Eine unglaubliche abartige Hitze, schwül wie die Sau, mega voll alles……ich wollte nur noch weg. Claudio und ich dann also mit dem Van zurück und dann habe ich mich entgültig von ihm verabschiedet – denke aber ich werde ihn in einer Weile sicher in Zypern besuchen kommen. Danach dann zurück ins Hotel, meinen Vormittag den Mädels geschildert und dann ging es zum Mittagessen in eine Strassenküche. Ein Stunde und eine Dusche später war ich dann definitiv bereit die Stadt zu verlassen….mit einem 16-Stunden-Nachtzug nach Yangon 😉 Das war auch noch ein Highlight das ich aber erst im nächsten Kapitel näher beschreiben werde 😛

Ja – Mandalay….was soll ich sagen? Schön dort gewesen zu sein und noch schöner wieder woanders zu sein 😉